Ich weiß gar nicht, wie viele Safaris ich schon hinter mir habe und doch kam ich einem Tier in unserem Camp im Okavango Delta etwas näher als gewollt. Wenigstens weiß ich jetzt, dass ich immer noch ziemlich schnell spurten kann. Das passiert eben, wenn man keine 08/15 Reisen veranstaltet.

Unser Camp war große Klasse: neben Safari, Cocktails und Lagerfeuer bot es uns fantastische Sonnenuntergänge mitten im Delta. Die Unterkünfte sind rustikal luxuriös ausgestattet, so dass sie mit der Natur perfekt harmonisieren. Näher dran geht nicht. Hier traf ich mit meinen Gäste auf badende Nilpferde und kuschelnde Wildkatzen. Wir wurden sogar eindringlich gewarnt nachts nicht allein herumzulaufen, da sich Wildtiere zuweilen zwischen die Zelte verirren. Natürlich ist die Sicherheit für meine Gäste immer oberste Priorität, doch an diesem Abend hätte ich wohl mal etwas auf mich selber aufpassen müssen.

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Ich, noch ganz gelassen vor meiner abenteuerlichen Nacht

Ich saß gemütlich nach unserem vorzüglichen Dinner bei einer Zigarre am Lagerfeuer, bewunderte den Sternenhimmel, der hier natürlich ganz anders aussieht als in der Stadt und lauschte den Geräuschen des Dschungels. Unvermittelt wurde es unruhig und ich merkte, wie um mich herum ein Getuschel der Camp-Angestellten ausbrach. Zunächst dachte ich mir nichts dabei, weil ich viel zu tiefenentspannt war. Dann stellte sich heraus, dass sich ein Elefant zwischen unsere Zelte verirrt hatte. Ich sagte ja bereits: Näher dran geht nicht. Die Security stürzte mit Taschenlampen davon, während die Gäste des Camps wie eingefroren dastanden. Als Reiseguide, der immer im Dienst des gästlichen Wohls steht, überkam mich ein Mutanfall und ich rannte los, um mich an der Vertreibung des Elefanten zu beteiligen. Meine Bemühungen wurden jäh unterbrochen, weil ich beinahe auf eine Phyton-Schlange trat.

Also kurzer Stopp in dem Trubel, die Schlange respektvoll umrundet und schon ging es weiter. Weiß der Teufel, was mich geritten hat, bei dem nicht ungefährlichen Unterfangen mitzumachen. Doch, wenn das Adrenalin erst einmal anfängt zu fließen, hört es schwer wieder auf. Der Dickhäuter machte seiner Art alle Ehre und war von stolzer Größe, was ihn jedoch nicht abhielt genauso so erschrocken wie wir zu sein. Unser lautes Geschrei und das herumfuchteln mit den Taschenlampen beruhigten das Tier wenig.

Auge in Auge mit dem Dickhäuter

Plötzlich änderte der Elefant seine Richtung und kam auf mich zugelaufen. All mein vorangegangener Mut war auf einmal vergessen und der Überlebensdrang siegte. Ich legte einen Spurt hin, der sicher zum Sieg beim Berlin Marathon gereicht hätte. Die Ranger taten es mir gleich. Ich kann nicht mehr sagen wie, aber letztendlich schafften wir es den Elefanten wieder in den Dschungel zu geleiten. Ab diesem Tag kannte mich jeder im Camp und grüßte mit „Hallo Frank, bist Du heute Abend wieder beim Wettrennen mit dem Elefanten dabei?“.

Ein Frontalportrait von meinem Lieblingsdickhäuter

Ihr seht also, mit mir wird es nicht langweilig! Kommt doch das nächste Mal mit auf meine Reise nach Südafrika!